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1. Mannschaft | Schwacher Saisonstart bringt die ersten drei Punkte

veröffentlicht um 31.08.2015, 21:27 von FSV Redakteur
01.09.2015: Die ersten drei Punkte sind eingesackt - aber das ist auch schon das einzig Positive, was man vom Saisonstart des Frauenfußball-Zweitligisten FSV Gütersloh berichten kann. Das Team des neuen Trainers Christian Franz-Pohlmann ließ im gestrigen Heimspiel gegen den brandenburgischen Aufsteiger BW Hohen Neuendorf nahezu alles vermissen, womit es in der Vorbereitung und letzten Sonntag beim 12:0-Pokalsieg in Gera imponiert hatte. Mehr als ein schmaler 1:0-Erfolg dank eines frühen Treffers von Isabelle Wolf (8.) kam deswegen in der Tönnies-Arena nicht zustande.

Und selbst um den musste der FSV in der 62. Minute zittern, als Sijce Andonova einen Freistoß aus 17 Metern an die Latte des Gütersloher Tores donnerte. Es war die einzige Chance der Gäste. "Solide Defensive und kleines Offensivpotenzial", beschrieb Trainer Mariusz Misiura die einseitige Hohen Neuendorfer Spielweise in der von ihm auf englisch geführten Pressekonferenz. Auf gut deutsch gesagt: Sein Team rührte Beton an, stellte mit zehn Spielerinnen den Strafraum und die Zone davor zu und brachte keinerlei nennenswerte Aktionen nach vorne zustande. Für die größte "Gefahr" sorgte die beschäftigungslose und gelegentlich aufreizend weit bis zum Mittelkreis aufrückende FSV-Torhüterin Vivien Brandt in der 38. Minute, als sie mit einem Querschläger beinahe ihre weit entfernt auf der Tribüne sitzenden Eltern "abschoss". Die Gütersloherinnen, bei denen die angeschlagene Marie Pollmann auf der Bank geblieben war, kamen zwar zu einigen Möglichkeiten. Weil beim Versuch, sich mit Ein-Kontakt-Kurzpässen direkt in den Strafraum oder auf die Flügel zu kombinieren, immer wieder Fehler passierten, entfachten sie aber nicht ausreichend Druck, um die gegnerische Abwehrmauer zum Einsturz bringen. "Wir haben zu viel Sicherheitsfußball gespielt", monierte Franz-Pohlmann: "Und mit Sicherheitsfußball schießt man keine Tore."Etwas zielstrebiger wurde das Offensivspiel des FSV in der 2. Halbzeit, zu der Franz-Pohlmann mit Hjördis Nüsken und Shpresa Aradini zwei neue Spielerinnen aufs Feld schickte. Vor allem über den rechten Flügel kam der FSV nun häufiger bis zur Grundlinie durch. Immer wieder aber fehlte die Präzision im letzten Pass, oder die Entschlossenheit zum Abschluss fehlte.

Gleichwohl hätte der FSV das Ergebnis in die Höhe schrauben müssen und sich und den 200 Zuschauern damit die leichte Sorge vor einem "Lucky Punch" des Gegners nehmen können. Isabelle Wolf traf aber nur die Lattenunterkante (48.) oder schoss über das Tor (53.). Shpresa Aradini wurde von Torhüterin Jankowska abgeblockt (83.), Hjördis Nüskens Schuss wurde zur Ecke abgefälscht, und nach einem 20-Meter-Versuch von Marina Hermes in der 90. Minute klärte Jankowska per Faustabwehr. Ihre beste Parade zeigte die Hohen Neuendorfer Torhüter in der 70. Minute bei der schönsten Aktion des gesamten Spiels: Sarah Grünheid hatte eine Flanke von Isabelle Wolf volley genommen und den Ball auch klasse getroffen - leider ohne den erhofften Erfolg. Die 24-Jährige stürmte wegen ihres zwei Wochen zurückliegenden Nasenbeinbruchs erneut mit Maske. "Das ist doppelte Hitze, aber besser als gar nicht zu spielen", stöhnte sie angesichts der 30-Grad-Schwüle. Obwohl sie den tief stehenden Gegner als "unangenehm" empfand, war sie mit der Leistung nicht zufrieden: "Der Maßstab liegt nach der Vorbereitung, aber auch von unserem eigenen Anspruch her viel höher."

Christian Franz-Pohlmann sieht es genauso. Der Trainer kann aber auch rechnen: "Wenn wir jedes Spiel 1:0 gewinnen, ist mir das recht."

Quelle: NW Gütersloh
Foto: Henrik Martinschledde

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